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WAS AUF DEN TISCH KOMMT

MITTE FEBRUAR ZEIGTEN HERSTELLER AUF DER AMBIENTE IN FRANKFURT, ER BEDEUTENDSTEN INTERNATIONALEN KONSUMGÜTERMESSE, IHRE NEUHEITEN UND INNOVATIONEN FÜR DIE KOMMENDE SAISON. ES WAREN SPANNENDE TAGE MIT VIELEN INTERESSANTEN AUSBLICKEN...

WAS AUF DEN TISCH KOMMT

Wohl kaum ein Bereich im Haus hat in den letzten
Jahrzehnten einen solchen Wandel erfahren wie die
Küche und der gedeckte Tisch. Die Ursache: veränderte
Lebensbedingungen, die sich auf das Konsumverhalten
auswirken und ganz neue Produkte hervorbringen.

LEBENSWANDEL. Beim Thema Essen und Tischkultur
geht es weit weniger förmlich zu als noch vor fünfzig
Jahren. Zwölfteilige Porzellanservice oder komplette
Silberbestecke beispielsweise sind passé. Stattdessen:
Einzelteile zum munteren Mix & Match. Auch
unsere Essgewohnheiten haben sich rasant verändert.
Wir kochen seltener, essen stattdessen auswärts
oder to go. Alles muss schneller gehen und
effizienter werden – das gilt inzwischen für nahezu
alle Lebensbereiche. Eingebettet sind diese Veränderungen
in den Megatrend Urbanisierung. Bereits im
Jahr 2050 nämlich werden siebzig Prozent der Bevölkerung
in Städten leben. Die Folge: Unser Wohnumfeld
verändert sich, die Wohnungen werden kleiner und
damit auch der Stauraum für Gläser, Schalen, Teller.
LESS IS MORE. Die Hersteller von Tableware berücksichtigen
den Wandel der Lebensgewohnheiten verstärkt
in ihren Entwürfen – sei es mit To-go-Produkten
oder Porzellankollektionen, die aus wenigen Grundformen
bestehen und multifunktional einsetzbar sind.
Initiiert wurde dieser Trend bereits in den Fünfzigern,
als der finnische Designer Kaj Franck das Service
Teema für Arabia entwarf. Doch massentauglich ist
das auf wenige Bestandteile reduzierte Service erst
seit gut zehn Jahren, als der Thüringer Porzellanhersteller
Kahla begann, den Markt aufzumischen
und das Komplettservice aus unseren Schränken
ver bannte. Denn mal ehrlich: Wann essen wir
zu Hause ein komplettes Menu, haben zuletzt eine
Sauciere verwendet oder gar ein Messerbänkchen?
Gar nicht, wird die Antwort der allermeisten lauten.
Der Kon sument von heute will flexibel sein, das Vorhandene
um Neues ergänzen, ohne gleich alles auszutauschen. 

MIX & MATCH. Wie das geht, zeigt Fürstenberg mit
der vierteiligen Kollektion Omnia. „Wir haben versucht,
mit einer Serie alle möglichen Ess-Situationen
ab zudecken“, beschreiben die Designer von Eoos
ihr Konzept. Für das österreichische Designstudio
sind Speise teller, Frühstücks-/Dessert-/Beilagenteller,
Schalen und Becher die Essenz kontemporärer Tischkultur.
Omnia spielt mit Kontrasten: Außen mit einer
matten Rillenstruktur versehen, ist es innen glatt und
glänzend ganz in Weiß oder in Gold gehalten. Schön
ist die Kombination mit der zweifarbigen Variante in
Anthrazit, Hellbraun, Bronze und Dunkelbraun. Oder
aber Thomas: Das deutsche Porzellanlabel hat mit
dem Designer Kilian Schindler die schlichte Form Ono
entwickelt. Hier werden aus dem Unterteller ruckzuck
ein Schalendeckel und die große Dipschale umgedreht
zu einer hübschen Tortenplatte. Auch die skandinavischen
Hersteller setzten auf Multifunktionalität:
Während Kähler mit Ombria und Kaolin die Ästhetik
des Reduzierten feiert, mag es das neue Label Bjørn
Wiinblad Denmark ziemlich farbenfroh und verspielt.
Kombinieren lassen sich übrigens nicht nur Farben,
Muster und Materialien, alte und neue Stücke. Der
deutsche Designer Christian Haas, der für Hersteller
wie Villeroy & Boch, Nachtmann und Rosenthal entworfen
hat, sagt: „Luxus- und Billigwaren werden zukünftig
stärker als bisher miteinander gemischt werden,
wobei es Parallelen zur Mode gibt. Ich finde die
Kombination von günstigen und teuren Produkten gut
und unserer Zeit entsprechend.“

DAS RESÜMEE: Es sind nicht viele Dinge, die wir wirklich
brauchen für einen schön gedeckten Tisch. Doch
sollten diese wenigen Stücke gut gestaltet, funktional
und hochwertig in Material und Verarbeitung sein.
Aber wie wird eigentlich der gedeckte Tisch zum Aha-
Erlebnis? Mit Leichtigkeit, Rebellion und Augenzwinkern.
Und: Es ist nicht die Masse, die einen gedeckten
Tisch besonders macht. Es ist das Persönliche, das
Andere, das Überraschende.

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