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Grau voraus!

EIN FRISCHES GRÜN, FÜR DEN EINEN ODER ANDEREN VIELLEICHT ETWAS ZU GRELL IM TON, IST DIE FARBE DES JAHRES 2017. OFFIZIELL TRÄGT SIE DEN NAMEN „GREENERY“. FESTGESTELLT WURDE DAS VOM RENOMMIERTEN
FARBSPEZIALISTEN PATONE. ANDERSEITS,
UND AUCH DAS IST MIT DER EXPERTISE VON FACHLEUTEN UNTERLEGBAR, IST GRÜN NICHT DAS NEUE GRAU. DENN, KEINE FARBE IST SO WANDELBAR UND VIELSEITIG WIE EBEN GRAU. KEINE STELLT SICH SO SELBSTLOS IN DEN DIENST IHRER BEGLEITER.

Der Farbenspezialist Pantone kürt jährlich eine Farbe des Jahres und verrät damit die Farbtrends, die auf uns zukommen. Für das laufende Jahr haben die Experten des Pantone Color Institute mit Sitz in Carlstadt, New Jersey, die „PANTONE 15-0343 TCX“ als tonangebende Farbe ausgemacht. „Die Farbe des Jahres 2017, Greenery, ist ein Symbol für die aufkeimende Sehnsucht nach neuer Hoffnung in einem komplexen sozialen und politischen Umfeld. „Greenery symbolisiert unser wachsendes Verlangen nach einer erneuerten Verbindung und Einheit mit der Natur und unseren Mitmenschen“, erklärt Leatrice Eiseman, Executive Director des Pantone Color Institute. Die Farbe „erinnert an junge, frische Blätter und Triebe und hält dazu an, tief einzuatmen, um Sauerstoff und neue Kraft zu tanken.“ Dem lässt sich zustimmen. In Zeiten eines rasant um sich greifenden grautönigen Alltags ist es wohl nicht die schlechteste Idee, in den eigenen vier Wänden auf Einsprengsel in „Greenery“ zu setzen. So wirklich angekommen scheint sie aber nicht zu sein. Wenn man die Mode einmal ausnimmt. Beim Flanieren über die Möbel-Messen des ersten Halbjahres „grünte“ es, wenn überhaupt, dann nur eher verhalten. Farbliche Ausreisser, wie eben das weithin sichtbare „Apfelgrün“ der „PANTONE 15-0343 TCX“, waren zumeist nur singuläre Erscheinungen.

Auch wenn es in der Möbelwelt wieder etwas bunter zu werden scheint. Nun soll und kann hier niemand davon abgehalten werden, dieser sogenannten Trendfarbe zu huldigen. Wer sucht, wird fündig werden: bei Fliesen, Textilem, Leuchten und auch Möbeln. Damit ist das Spiel eröffnet. Wer der Farbe das Jahres in puncto Wohnen so gar nichts abgewinnen kann, an dem zieht das Leben dennoch nicht spurlos vorüber. Mit „Greenery“, sprich Grünzeug, auf dem Speiseplan und einem Augenzwinkern ist man wieder im Spiel. Oder man setzt auf nicht Mut-, sondern Selbstloseres, wie zum Beispiel auf die Farbe Grau. Und zwar als Begleiter in einer ästhetisch anspruchsvollen Wohnwelt.

DIE FARBE, DIE SCHÖNES ZUM STRAHLEN BRINGT
.

„Mausgrau, Aschgrau, Staubgrau – darf ich Ihnen frisches Steingrau vorschlagen?“ Dieses Angebot unterbreitet Loriot alias Paul Winkelmann im Film „Ödipussi“ einem Rentnerehepaar, das durch frische Farben in der Wohnung zu neuer Lebensfreude finden soll. Die begriffliche Verknüpfung von Frische und Grau verfehlt ihre humoristische Wirkung selten, assoziieren doch die meisten Menschen die Farbe Grau mit Eindrücken wie nüchtern, sachlich, schlicht und langweilig. Im Grunde ist Grau nicht einmal eine Farbe, sondern eine Nichtfarbe, eine Abstufung zwischen den unbunten Farben Schwarz und Weiß.

GRAU IST NICHT GLEICH GRAU.

Assoziationen mit Nüchternheit, Trostlosigkeit und Verstaubtheit sind zwar einerseits naheliegend, doch kann Grau auch Eleganz
und Distinguiertheit ausdrücken. Ein neutrales Grau lässt sich sehr leicht durch Ton- und Farbkontraste beeinflussen. Es wird vor allem im Zusammenspiel mit anderen Farben interessant, da es unterschiedlich wirkt, je nachdem, mit welcher Farbe es zusammen auftritt. So findet man immer wieder Möbel, in deren Designkonzept ihre Gestalter Grau zum Beispiel mit Holztönen kombinieren. Denn ihrem schlechten Ruf zum Trotz schätzen Designer die dezente Neutralität der unbunten Farbe. Grau ist die Farbe des Understatements und lässt andere Farben oder Botschaften in den Vordergrund treten. In diesem Sinne ist ein frisches Steingrau, vielleicht in Verbindung mit „Greenery“, durchaus nicht so abwegig.

RAUM FÜR FANTASIE.

Warm oder kühl, charmant oder nüchtern: Wie vielseitig Grautöne auch an der Wand sind, zeigt eine Stilkarte, die der Farbenhersteller Brillux vor wenigen Monaten vorgestellt hat. „Geradliniges Graphit“ heißt die Karte, die anhand dreier Nuancen exemplarisch den Einsatz verschiedener Grautöne in der Wohnraumgestaltung zeigt und beweist: Kaum eine Wandfarbe bietet so viele Facetten, lässt so viel Raum für Fantasie wie Graphit. Kein Wunder – gilt es doch als die kleine Schwester des Diamanten. Beide teilen nicht nur die Kohlenstoff-Basis, sie besitzen vor allem die Fähigkeit, ohnehin schon Schönes noch zu veredeln. Wie der Juwel einen schlichten Ring zum Strahlen bringt, wertet auch eine in Grau gestrichene Wand Möbelstücke auf oder wird für die private Bildergalerie zum perfekten Passepartout.

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